30. Was tun, wenn die Behandlung nicht hilft?
31. Sind alle Symptome gleich wichtig?
32. Welche Krankheit sollte zuerst weggehen?
33. Warum kommen alte Krankheiten wieder? Ist dies ein gutes Zeichen?
34. Warum geben Sie manchmal eine Einmaldosis und manchmal täglich Tropfen?
35. Manche Homöopathen schicken das Mittel nach ...
36. Werden Mittel, die nicht potenziert sind, z.B. Urtinkturen auch homöopathisch eingesetzt?
37. Wie merkt man, dass Homöopathie nicht mehr hilft. Wann wird es gefährlich?
38. Muss ich die Kügelchen nehmen bis die Flasche leer ist?
39. Ist nicht jede Ursache der Krankheit seelisch? Was sagt die Homöopathie dazu?

30. Was tun, wenn die Behandlung nicht hilft?
Bei chronischen Krankheiten sollte man einige Monaten abwarten, bevor man sagen kann, dass es nicht hilft. Der Therapeut wird eventuell nach einer neuen Fallaufnahme ein neues Mittel geben. Wenn der Therapeut und/oder sein Patient meinen, dass die Behandlung gar nichts gebracht hat, hilft es manchmal, einen neuen Homöopathen aufzusuchen (nicht vergessen die Liste der bisher erhaltenen homöopathischen Medikamente zum neuen Therapeut mitzuteilen). Dieser wird den ganzen Fall aus einem anderen Blickwinkel betrachten und hoffentlich mehr Glück haben.

31. Sind alle Symptom gleich wichtig?
Nein. Die lokalen Symptome sind paradoxerweise am wenigsten wichtig. Die allgemeinen Symptome haben am meisten Bedeutung, z.B. alles kommt um 3.00 Uhr in der Nacht, alle Beschwerden verschwinden kaum dass die Periode einsetzt, alles Symptome werden schlimmer am Meer. Die psychischen Zeichen (z.B. schlimmer durch Trost, Folge von Kummer, Angst vor Krebs, ...) kommen gleich danach.
 
32. Welche Krankheit sollte zuerst weggehen?
Die Krankheit, die zuletzt gekommen ist.

33. Warum kommen alte Krankheiten wieder? Ist dies ein gutes Zeichen?
Es ist meistens ein sehr gutes Zeichen. Es bedeutet, dass der Körper sich gründlich entgiftet. Toxine, die seit Jahrzehnten gespeichert waren, werden ausgeschieden.

34. Warum geben Sie manchmal eine Einmaldosis  und manchmal täglich Tropfen?
Wenn Patienten sehr allergisch sind, ist es besser mit sogenannten Q-Potenzen (oder LM) zu arbeiten. Sie wirken sanfter, müssen aber regelmässig eingenommen werden. Eine Einmaldosis ist praktisch, setzt aber noch mehr voraus, dass der Patient Kaffee vermeidet. Jeder Homöopath hat seine Präferenz, arbeitet lieber so oder so: Frage von persönlicher Erfahrung.

35. Manche Homöopathen schicken das Mittel nach ...
Manche Homöopathen analysieren den Fall erst, nachdem der Patient gegangen ist. Sie suchen in ihren Repertorien und Materia Medica nach dem besten Mittel. Darum werden sie erst nachher das Mittel schicken. Auch hier eine Frage der Methode.

36. Werden Mittel, die nicht potenziert sind, z.B. Urtinkturen auch homöopathisch eingesetzt?
Sehr selten, da viele Mittel in ihrem Urzustand toxisch (Arsen, Phosphor, Schlangengift) oder ganz inaktiv (Kalk, Tinte, Kochsalz, ...) sind.
 
37. Wie merkt man, dass Homöopathie nicht mehr hilft. Wann wird es gefährlich?
Wenn die Lebenskraft (Stimmung, Energie,...) gut ist, kann man eher noch warten. Wenn lokale Symptome ihre Grenzen überschreiten (z.B. bei Abzessen, Blutvergiftung, ...) oder wenn der Patient keine Kraft mehr hat (z.B. Asthma) oder wenn es einfach lebensbedrohlich ist, sollte mal an eine aggressivere Therapie denken. Aber gerade bei verzweifelten Fällen, wo die Schulmedizin nicht mehr helfen konnte, hat die Homöopathie mehr als einmal den Fall gerettet!

38. Muss ich die Kügelchen nehmen bis die Flasche leer ist?
Auf keinen Fall ! Nur so lange Sie es brauchen. Bei akuter Krankheit aufhören, wenn die Symptome weg sind, sonst wird das Mittel die Krankheit, die es gerade kuriert hat, künstlich wieder produzieren. Bei chronischen Krankheiten das Mittel bis zum nächsten Termin weiter nehmen, ausser wenn die Symptome plötzlich ganz verschwinden.

39. Ist nicht jede Ursache der Krankheit seelisch? Was sagt die Homöopathie dazu?
Das ist eine Vereinfachung. Die Homöopathie betrachtet sowohl die Umstände als auch die Konstitution. Die Umstände sind manchmal seelisch, manchmal ist es die Kälte, die Hitze, ein Unfall, die körperliche Erschöpfung. Ein Mensch mit einer starken Konstitution verträgt viel mehr Trauer, Schmerz, Demütigung als einer mit schwacher Konstitution: man sagt von ihm, er habe "gute Nerven". Die Homöopathie kann die Auswirkungen eines früheren Traumas aufheben. Sie stärkt auch das "seelische Immunsystem". Die Toleranz zum Stress wird grösser. Eine Versöhnung mit der Vergangenheit ist dann auch möglich.